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Personal, Mitarbeiter - Sozialversicherung nicht vergessen

Sozialversicherung

Arbeiter und Angestellte

Als Arbeitgeber müssen Sie für Ihre Mitarbeiter die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung berechnen und mit Hilfe eines Beitragsnachweises bei der Krankenkasse des Beschäftigten melden und überweisen.

Die Sozialversicherungsbeiträge werden grundsätzlich je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Folgende Ausnahmen gibt es:

  • Die Pauschalbeiträge für geringfügig Beschäftigte zahlt ausschließlich der Arbeitgeber.
  • Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung teilen sich wieder die 0,9 Beitragssatzpunkte mit dem Arbeitgeber. Bis Mitte dieses Jahres zahlte dieser Beitrag nur der Arbeitnehmer.
  • In der Pflegeversicherung haben kinderlose Arbeitnehmer nach Vollendung ihres 23. Lebensjahres einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent zu zahlen (Beitragsabführung durch den Arbeitgeber).
  • In Sachsen beträgt der Arbeitgeberanteil zur Pflegeversicherung anstatt 0,975 Prozent nur 0,475 Prozent.

Die Höhe der Beitragssätze entspricht einem festgelegten Prozentanteil des Bruttoentgelts. Beitragssätze (Stand 01.01.2019):

  • Krankenversicherung: 14,6 Prozent plus 0,9 Prozent,  insgesamt somit 15,5 Prozent.
  • Pflegeversicherung: 3,05 Prozent; für Kinderlose 3,30 Prozent
  • Rentenversicherung: 18,6 Prozent
  • Arbeitslosenversicherung: 2,5 Prozent

Ihr Arbeitnehmer muss Ihnen die folgenden Unterlagen vorlegen:

  • Mitgliedsbescheinigung seiner Krankenkasse
  • Sozialversicherungsausweis (enthält u.a. die Versicherungsnummer)

Als Arbeitgeber müssen Sie für folgende Sachverhalte der Einzugsstelle (Krankenkasse oder Minijob-Zentrale) Meldungen abgeben:

  • Aufnahme, Beendigung, Unterbrechung und Änderung des Beschäftigungsverhältnisses
  • Änderung im Versicherungsverhältnis
  • Änderung der persönlichen Verhältnisse und
  • Ablauf eines Kalenderjahres

Die Meldungen und Beitragsnachweise zur Sozialversicherung sind der Einzugsstelle elektronisch per Internet zu übermitteln. Bei Bedarf kann die maschinelle Ausfüllhilfe „sv.net“ verwendet werden (Siehe unten).

Geringfügig Beschäftigte bzw. Minijobs und Gleitzone

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro im Monat nicht übersteigt.

Darüber hinaus ist der Beitragsanteil für Arbeitnehmer, die mit ihrem monatlichen Arbeitsentgelt in der Gleitzone von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro liegen, reduziert.

Dieses Thema ist so umfangreich, dass die Details nicht in diesem Artikel aufgeführt werden können. Nähere Informationen über dieses Thema erhalten in einem separaten Artikel, den ich als nächstes schreiben werde.

Arbeiter und Angestellte aus einem EU-Land bzw. Nicht-EU-Land

Von vielen dieser Arbeitnehmer wird die Versicherungsnummer nicht bekannt sein, weil sie ggf. noch gar nicht vergeben wurde. In diesem Falle können Anmeldungen auch ohne Versicherungsnummer der Krankenkasse übermittelt werden, dann aber mit den Angaben zur Vergabe einer Versicherungsnummer (gilt im Übrigen auch für inländische Arbeitnehmer ohne Versicherungsnummer).

Saisonarbeiter

Informationen siehe „geringfügig Beschäftigte“!

Studenten

In der Rentenversicherung sind Studenten nur versicherungsfrei, wenn ihre Beschäftigung geringfügig ist (siehe „geringfügig Beschäftigte“).

In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind Beschäftigungen von Studenten darüber hinaus auch versicherungsfrei,

  • wenn sie während der Vorlesungszeit wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden beschäftigt sind. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt dabei keine Rolle;
  • wenn die Beschäftigung am Wochenende sowie in den Abend- oder Nachtstunden oder in den Semesterferien ausgeübt wird, selbst dann, wenn die Wochenarbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.

Gilt für alle: Unfallversicherung

Wer ein Unternehmen gründet, muss dies der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) mitteilen, da alle Mitarbeiter eines Unternehmens – gleichgültig ob in einem Arbeits-, Ausbildungs- oder sonstigen Dienstverhältnis – in der BG gesetzlich unfallversichert sein müssen.

Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung ( 1,3 Prozent des Bruttolohnes im Durchschnitt aller Branchen und Gefahrklassen) trägt allein das Unternehmen.

Darüber hin aus kann sich auch der Unternehmer freiwillig bei einer BG gegen das Risiko von Arbeitsunfällen versichern, wenn er nicht schon ohnehin gesetzlich oder durch die BG-Satzung pflichtversichert ist.

Die Adresse der zuständigen BG erhält der Existenzgründer bei seiner Industrie und Handelskammer oder Handwerkskammer.

Neben dem Risiko eines Arbeitsunfalls decken die Berufsgenossenschaften auch das Risiko eines Wegeunfalls – auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise zurück – und einer Berufskrankheit ab.

Außerdem kümmern sie sich um alle Aspekte der Arbeitssicherheit und -gesundheit und beraten und überwachen sämtliche Betriebe.

Der technische Aufsichtsdienst der zuständigen BG berät Existenzgründer kostenlos zu allen Aspekten der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – z.B. über Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, über relevante Vorschriften und Regeln und zur ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Auf diese Weise werden teure Fehlinvestitionen und nachträgliche Auflagen vermieden.

Quelle: Harald Janas, Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Service für Arbeitgeber: sv.net

Die Krankenkassen bieten Arbeitgebern ein kostenfreies Computerprogramm an. Mit sv.net können Meldungen zur Sozialversicherung, Beitragsnachweise sowie Entgeltbescheinigungen erstellt und verschlüsselt über das Internet an die Krankenkassen übermittelt werden.

Daneben verwaltet sv.net die Meldungen und Beitragsnachweise und ist in der Lage, nach Eingabe der individuellen Personaldaten des einzelnen Beschäftigten dessen sozialversicherungsrechtliche Beurteilung automatisch vorzunehmen. sv.net ist jedoch kein Ersatz für ein Entgeltabrechnungsprogramm.

Weitere Informationen: www.itsg.de/svnet

Betriebliche Altersversorgung

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen kann für potenzielle Mitarbeiter auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) eine Rolle spielen. Die Mitarbeiter haben das Recht auf Umwandlung des eigenen Entgelts. Diese Entgeltumwandlung aus den laufenden Löhnen und Gehältern der Mitarbeiter oder aus Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Tantiemen und Erfolgsbeteiligungen ist als bAV-Maßnahme gerade auch für junge und kleine Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Der Arbeitgeber kann diese Form der Altersvorsorge mithilfe einer Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Direktzusage anbieten. Durch die richtige Auswahl lassen sich Kosten, Verwaltungsaufwand und Haftung begrenzen.

Quelle: Deutscher Versicherungs-Schutzverband (DVS), Bonn

Finanzielle Hilfen der Bundesagentur für Arbeit Eingliederungszuschüsse

Eingliederungszuschüsse erhalten Arbeitgeber, wenn sie Personen mit Vermittlungshemmnissen, arbeitslose Arbeitnehmer, die das 50. Lebensjahr vollendet haben oder jüngere Arbeitslose, die bei Aufnahme der Beschäftigung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, einstellen. Die Leistungen sind vor Abschluss des Arbeitsvertrages bei der Agentur für Arbeit zu beantragen, in deren Bezirk der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz hat.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit nach dem Sozialgesetzbuch III. Es ermöglicht bei vorübergehendem Arbeitsausfall die Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Kurzarbeitergeld wird gewährt, wenn in Betrieben oder Betriebsabteilungen die regelmäßige betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend verkürzt wird.

Neben dem konjunkturell bedingten Kurzarbeitergeld gibt es zum einen das so genannte Saison-Kurzarbeitergeld, das bei saisonalen Arbeitsausfällen im Winter im Baugewerbe gezahlt wird. Darüber hinaus gibt es das Transferkurzarbeitergeld, das im Fall von betrieblichen Restrukturierungsmaßnahmen eingesetzt werden kann.

Ausbildungshilfen

Die Agenturen für Arbeit können unter bestimmten Voraussetzungen Ausbildungsbetriebe unterstützen, wenn sie förderungsbedürftige junge Menschen betrieblich ausbilden.

Transferleistungen

Transfermaßnahmen sind arbeitsmarktlich zweckmäßige Maßnahmen zur Eingliederung von Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt.

Quelle: BMWi – Gründerzeiten – Bundesagentur für Arbeit

 

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