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Steuerrelevante Daten

Daten

Sucht man im Schreiben des BMF zu den GoBD nach einer Definition von steuerrelevanten Daten, wird man nicht fündig werden. Laut Bundesfinanzministerium heißt es „alle Unterlagen, die zum Verständnis und zur Überprüfung der für die Besteuerung gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen von Bedeutung sind“, und weiter „weil die betrieblichen Abläufe, die aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Aufzeichnungen und Unterlagen sowie die eingesetzten Buchführung- und Aufzeichnungssysteme in den Unternehmen zu unterschiedlich sind, können die Unterlagen nicht abstrakt für alle Unternehmen abschließend definiert werden“. Clever, denn so muss also jeder Unternehmer selbst ausloten, welche Daten und Dokumente in seinem Betrieb für die Besteuerung relevant sind. Lediglich die BITKOM hat seinerzeit eine Auflistung von steuerrelevanten Daten vorgenommen, die auch heute noch als Richtlinie angenommen wird.

In der Auflistung der BITKOM aus dem Jahre 2006 heißt es:

  • Alle in § 147 Abs. 1 AO ausdrücklich genannten Unterlagen, wie Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse, Geschäftsbriefe usw.
  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen (§ 14b UStG)
  • für den elektronischen Datenzugriff müssen allerdings nur elektronisch versandte bzw. elektronisch eingegangene Rechnungen einschließlich ggf. erforderlicher Signaturen oder EDI-Strukturinformationen zur Verfügung stehen.
  • Aufzeichnungen über Wareneingänge (§ 143 AO) und Warenausgänge (§144 AO)
  • Belege, Aufzeichnungen und Auswertungen zu einzelnen Bilanzpositionen (jede Veränderung einzelner Bilanzpositionen wirkt sich auf den Unternehmensgewinn aus)
  • Berechnungen für die Bewertung von Wirtschaftsgütern und Passiva, soweit solche Auf-zeichnungen vorhanden sind und die Wertermittlung nicht schon aus Finanz- oder Anlagen-buchhaltung ersichtlich ist, vgl. FG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 13.06.2006, Az. 1 K 1743/05)
  • Umsatzdaten, insbesondere die vereinbarten und vereinnahmten Entgelte für erbrachte Lieferungen und Leistungen nach §§ 22 UStG, 63 ff. UStDV (vgl. FG Hamburg, Urteil v. 13.11.2006, Az. 2 K 198/05
  • Buchungsdaten und Belege für Geschenke an Geschäftsfreunde (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 1 EStG) und für Bewirtungsaufwendungen (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 EStG). Werden diese Daten nicht aufgezeichnet, entfällt der Abzug als Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 7 S. 2 EStG)
  • Buchungsdaten und Belege für die Auszahlung von Verpflegungsmehraufwendungen (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 5 EStG)
  • Aufzeichnungen über Geschäftsbeziehungen mit konzernverbundenen Unternehmen im Ausland einschließlich Preisabsprachen mit diesen Unternehmen (§ 90 Abs. 3 AO sowie die Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung)
  • Kontoauszüge als Zahlungsnachweise. Nach einer Kurzinformation der OFD Münster vom 17.05.2005 und einer Verfügung der OFD München vom 06.08.2004 (Az. -S 0317- 34 St 324) reicht es zur Erfüllung der Anforderungen aus § 147 AO nicht aus, wenn Online-Bankauszüge lediglich ausgedruckt werden. Da es sich bei Online-Bankauszügen um originär digitale Dokumente handelt, ist ihre elektronische Aufbewahrung erforderlich. Weiterhin ist zu gewährleisten, dass die gespeicherten Kontoauszüge nicht veränderbar sind. Die OFD sehen derzeit keine technische Möglichkeit zur unveränderbaren Speicherung von Online-Bankauszügen und fordern daher zusätzlich einen von der Bank ausgestellten Papierbeleg.
  • Spendennachweise (§ 50 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung)
  • Dokumentationen für die Buchführungssysteme und für die Systeme zur Datenspeicherung (Tz. 6 der GoBS)

Den Leitfaden der Bitkom finden Sie hier: Bitkom Leitfaden

Quelle: GoBD-Glossar

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